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Ohne Arbeit keine soziale Integration

Wir erziehen zu kultureller Offenheit.

 

"Ich habe das Glück, auf Grund meines Studiums Bildung erfahren zu haben, und deshalb bin ich offen gegenüber kultureller Andersartigkeit." So ein französischer Student in einer französisch/deutschen Gemeinschaftsveranstaltung des Fernsehens.
Der Umkehrschluss besagt: Ohne Bildung, ohne Wissen keine Offenheit.

Natürlich können sich unsere Schüler in diesem Bereich mit dem Studenten nicht vergleichen. Im Gegensatz zu früheren Generationen haben sie aber einen Vorteil: Sie kennen das Andere, das Fremde. Schließlich verbringen Kinder und Jugendliche aus vielen Nationen einen wesentlichen Teil des Tages in unserer Schule miteinander, und dieses Miteinander vollzieht sich überwiegend friedlich. Spannungen und Auseinandersetzungen, wenn es dazu kommt, sind in der Regel nicht ein Nationalitätenproblem. Spannungen und Auseinandersetzungen sind überwiegend Folgen alltäglicher Situationen, wie sie entstehen, wenn junge Menschen in größeren Gruppen zusammenleben.

Dennoch: Die üblichen Vorurteile, wie sie durch unsere Gesellschaft produziert werden, sind auch im schulischen Alltag zu beobachten, sie werden deutlich in äußerungen und Verhaltensweisen. Diesen Erscheinungsformen dann zu begegnen, wenn sie virulent werden, darin liegt wohl die größte Chance der Schule. Der aktuelle Anlass, das persönliche Betroffensein muss genutzt werden, um Einsichten und Verständnis zu fördern.

Darüber hinaus muss es dann darum gehen, Zusammenhänge deutlich zu machen. Hier bieten sich insbesondere die Fächer Geschichte, Biologie und Religion an, in denen Hintergründe beleuchtet werden, warum Menschen auf Grund unterschiedlicher soziokultureller Bedingungen verschiedene Formen des Zusammenlebens gefunden haben.

Wenn wir in diesem Zusammenhang von Toleranz sprechen, so ist das nach Heitmeyer nicht genug. Toleranz bedeutet lediglich Duldung. Heitmeyer verlangt mehr. Er spricht von Anerkennung. Kulturelle Offenheit hebt nicht auf Duldung, sondern auf Anerkennung des Anderen ab. Und für diese Anerkennung gilt es, die genannten Hintergründe offen zu legen.