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Das Schulprofil der Hauptschule Ringelnatzstraße

Die Hauptschule Ringelnatzstraße ist die einzige Hauptschule im Kölner Süden, im Stadtteil Rodenkirchen.
Das Einzugsgebiet unserer Schule umfasst 15 Stadtteile, das Gebiet der Altgemeinde Rodenkirchen, dazu die Stadtteile Raderberg, Raderthal und Zollstock, die zusammen den Stadtbezirk II bilden. Weiteres Einzugsgebiet ist die Altstadt – Nord und - Süd.
Der „ Wohnpark Kölnberg” in Köln – Meschenich, im Einzugsgebiet unserer Schule, ist ein mit sozialen Problemen belastetes Wohngebiet, geprägt durch einen hohen Anteil an Familien mit Migrationshintergrund. Kinder und Jugendliche aus 19 Nationen machen einen Anteil von ca. 50% der Schülerschaft aus. Etwa 25% der Eltern erhalten Hilfen zum Lebensunterhalt, fast ein Drittel ist allein erziehend.
Bisher musste die Schule ca. 25 Rückläufer von vornehmlich Realschulen auf-nehmen, deren Misserfolgserlebnisse aufgearbeitet werden müssen. In zwei Vorbereitungsklassen werden Schüler ohne Deutschkenntnisse auf die Integration in Regelklassen vorbereitet. Letztlich müssen sich die Lehrerinnen und Lehrer Kindern und Jugendlichen in besonderer Weise zuwenden, die in umliegenden Heimen wohnen und die Hauptschule als “zuständige” Schule besuchen.
Unser Schülerklientel ist geprägt durch Defizite, sie bringt andererseits aber auch hohe Qualitäten mit.
So leiden viele Schülerinnen und Schüler unter Erlebnisarmut und wohnsubkulturellen Erscheinungen, wachsen in Heimen auf und sind teilweise häuslicher Gewalt ausgesetzt. Sie sind Opfer einer Medienunkultur und werden in Peer-Groups negativ geprägt. Sie kommen als gescheiterte Rückläufer in die Hauptschule und sind überaltert. Sie wachsen ohne Werthaltung auf und haben ein gestörtes Selbstwertgefühl. Sie leiden unter fundamentalistischen Erscheinungsformen und müssen als Seiteneinsteiger ihr Leben völlig umstellen. Sie haben Leistungsdefizite in unterschiedlichen Fachbereichen.
Die Kinder und Jugendlichen unserer Hauptschule sind andererseits aber auch neugierig und entdecken ihre Chancen neu. Sie besitzen um ihr Wohl bemühte Eltern, kommen gern zur Schule, bauen Vertrauen zu Lehrerinnen und Lehrern auf und besitzen hohe Sozialkompetenz. Sie übernehmen bereits Verantwortung in ihren Familien, bemühen sich ernsthaft auch um qualifizierte Abschlüsse und Einstiegsmöglichkeiten in den Beruf.
All das gilt es aufzufangen, abzubauen beziehungsweise zu fördern. Wir antworten darauf mit einem Konzept, von dessen Tragfähigkeit wir überzeugt sind:

Die Stufenschule

Um die Heterogenität der Aufgaben bewältigen zu können, bedarf es einer Professionalisierung der Unterrichtenden. Deshalb haben wir Stufen gebildet. Die „Grundstufe“ umfasst die Klassen 5 bis 7, die „Oberstufe“ die Klassen 8 bis 10. Lehrerinnen und Lehrer haben sich für einen gewissen Zeitraum für eine dieser Stufen entschieden, in der sie ganz oder zumindest mit dem überwiegenden Anteil ihrer Stunden unterrichten. Die auf diese Weise erlangte erhöhte Kompetenz befähigt sie, die Anforderungen in der jeweiligen Altersstufe umfassender bewältigen zu können.
In der Grundstufe werden Formen individueller Förderung eingesetzt. Die Kinder werden mit den Anforderungen der Hauptschule vertraut gemacht. Zentraler Aspekt in der Oberstufe ist die Hinführung zur Berufs- und Arbeitswelt, sowohl im Hinblick auf Leistungsanforderungen als auch auf Arbeits- und Sozialverhalten.

Das Jahrespraktikum

Das Jahrespraktikum wird für die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 Typ A angeboten. Es ist ein wichtiger Bestandteil der Berufsvorbereitung und bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit hautnah am Berufsalltag teilzunehmen. In diesem Praktikum können die Jugendlichen ihren potentiellen Arbeitgebern ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten zeigen und auf diesem Weg einen Ausbildungsplatz erhalten.

(Werte-) Erziehung

Erziehung und Unterricht sind die zentralen Aufgaben von Schule. Beides steht gleich bedeutend nebeneinander. Letzteres bleibt ohne Ersteres aber Makulatur. Da in zunehmendem Maße Erziehungsaufgaben auf die Schule zukommen, da die traditionellen Erziehungsmechanismen immer weniger greifen, gewinnt dieser Aspekt schulischen Bemühens mit immer größerem Zeitaufwand mehr und mehr an Bedeutung.